14.08.2026

St.Galler Thuraue in der Krise

Die St.Galler Thur zwischen Wil und Niederbüren ist ein strukturloser breiter Kanal. Beim gegenwärtigen Niederwasser zeigt sich das gewässerökologische Elend besonders eindrücklich. Das gleichmässig flache Wasser mit einheitlicher Bedeckung des Gewässergrundes mit algenverhangenem feinem Geröll ist ein naturferner Gewässerlebensraum.

Als Forellengewässer ist die Thur ungeeignet. Dennoch werden darin regelmässig junge Forellen eingesetzt, um sie später zu fangen. Die Thur ist hier eine Aue von nationaler Bedeutung. Es bestünde eigentlich eine Pflicht zu Wiederherstellung funktionsfähiger Auenlebensräume. Nachdem in den vergangenen 20 Jahren nichts unternommen wurde, um die Bedingungen in der Thur nachhaltig zu verbessern, sind dahingehende Hoffnung utopisch. Mit einer engmaschigen funktional geplanten Strukturierung des Gerinnes liesse sich der Flusslebensraum umfassend verbessern. Dafür wären keine komplexen Abklärungen nötig und die Kosten wären überschaubar. Das einzige was nötig wäre: Das Bewusstsein, dass Massnahmen nötig sind und der Wille, diese zu realisieren.

Die derzeitige Dürre zeigt sich besonders in der ehemaligen Aue. Wo einst Grundwasser geprägte Auen sich ausdehnten, zeigt sich jetzt eine staubige Steppe mit verdörrtem Mais, ausgetrockneten Wiesen und absterbenden Bäumen. Das Grundwasser befindet sich über 3 Meter tiefer als früher. Die Bodenoberfläche ist verdichtet und hat viel von ihrer Fruchtbarkeit verloren.